Der Bund des Propheten Mohammed mit den Mönchen des Berges Sinai

Der Bund des Propheten Mohammed mit den Mönchen des Berges Sinai

 Übersetzt von Dr. B. Moritz

 (Beitrage zur Geschichte des Sinaiklosters im Mittelalter Nach Arabischen Quellen, 1918: 9-11)

Übersetzung 

Dies ist ein Schreiben, das Muhammed, Sohn des Abdallah, gerichtet hat an alle “Menschen insgesamt als Verkünder und Ermahner und im Vertrauen auf die Verheißung Gottes an seine Geschöpfe, damit die Menschen keinen Rechtstitel haben wider Gott nach den Propheten, und Gott ist allmächtig und allweise. Er hat es geschrieben an das Volk seines Glaubens und an alle, welche sich zur Religion des Christentums bekennen im Osten und Westen der Erde, nah und weit, Araber und Nichtaraber, bekannt und unbekannt, als ein Schreiben, das er ihnen zum Schutz gemacht hat. Darum, wer den Schutz, der darin gegeben wird, verletzt und ihm zuwider handelt und übertritt, was er befiehlt, der verletzt den Schutz Gottes und bricht seinen Bund und verhöhnt seine Religion und verdient seinen Fluch, mag er Sultan sein oder ein anderer von den rechtgläubigen Muslims. 

Und wenn Schutz sucht ein Mönch oder ein Pilger im Gebirge oder Tale, oder Höhle oder im Kulturlande oder in der Ebene oder im Sande oder j oder Kirche, dann bin ich hinter ihnen und wehre ab von ihnen jeden, der ihr Feind ist, ich selbst und meine Helfer und die Leute meines Glaubens und meine Anhänger, denn sie [die Christen] sind meine Anhänger und meine Schutzbefohlenen. Und ich will fernhalten von ihnen den Schaden bei der | Zufuhr der] Lebensmittel, welche die Schutzbefohlenen heranschleppen und [fernhalten von ihnen] das Bezahlen des Charag, außer Soviel ihnen selbst gut dünkt. Und es soll gegen sie wegen irgend etwas davon weder Zwang noch Nötigung eintreten. Und nicht soll verändert werden ein Bischof von seinem Bistum, noch ein Mönch aus seinem Mönchtum. noch ein Einsiedler aus seinem Turme, s noch ein Pilger von seiner Pilgerfahrt. Auch soll nicht zerstört werden ein Bau von ihren Kirchen und Kapellen noch von dem Vermögen ihrer Kirchen kommen zum Bau einer Moschee oder Wohnungen der Muslime. Wer so etwas tut, der verletzt den Schutz Gottes und handelt dem Gesandten Gottes zuwider. Und es soll nicht auferlegt werden den Mönchen und Bischöfen oder Einsiedlern Kopfsteuer oder Abgabe. 

Ich will über ihren Schutz wachen io wo immer sie sind, zu Lande und zu Wasser, im Osten und Westen, Norden und Süden,denn sie sind in meinem Schutz und in meinem Bunde und in meiner Sicherheit gegen jegliche Widerwärtigkeit. Ebenso sollen die, welche in die Einsamkeit gehen in die Gebirge und heiligen Orte, nicht verpflichtet sein zur Kopf steuer oder Zehnten oder Teilung von dem. was sie anhauen, .soweit es für ihren Mund bestimmt ist, und sie sollen unterstützt werden heim Gewinnen des Getreides durch Freigebung eines Kadah von jedem Ardabb zu ihrem ftltmdgebrauch. Und sie sollen nicht verpflichtet sein in den Krieg zu ziehen oder Kopfsteuer zu entrichten, auch die zur Grundsteuer Verpflichteten und die Besitzer von Vermögen, Boden und Handelsgeschäften [sollen] nicht mehr als zwölf Dirhem pro Kopf in jedem Jahre [zu zahlen haben]. Und keinem sollen ungerechte Abgaben auferlegt werden, und nicht darf mit den Leuten des Buches gestritten werden außer über das, was am besten ist. Und wir wollen auf sie niederlassen die Flügel der Barmherzigkeit, und die Strafe der Widerwärtigkeit soll ihnen ferngehalten werden, wo immer sie sind ”und wo immer sie sich niederlassen. Und wenn die Christin zu den Muslimen geht, so soll sie wohlwollend behandelt und ihr ermöglichl werden, in ihrer Kirche zu beten, und es dürfen zwischen ihr und dem, der ihre Religion liebt, keine Intrigen gemacht werden {?). Und wer dem Schutze Gottes zuwiderhandelt und das Gegenteil davon beabsichtigt, der ist ein Rebell gegen seinen Bund und seinen Gesandten. Und sie sollen unterstützt werden beim Reparieren ihrer Kirchen und [heiligen] Orte, und das soll ihnen eine Beihülfe sein “‘für ihre Religion und ihr Festhalten am Vertrag, und keiner von ihnen soll zum Waffentragen gezwungen werden, sondern die Muslime sollen sie verteidigen. Und sie sollen diesem Schutzversprechen nicht zuwiderhandeln, bis die Stunde anhellt I und die Well zu Ende geht. 

Als Zeuge für dieses Schutzversprechen, welches geschrieben h;il ftluhammed Sohn des Abdallah, der Gesandte Gottes, für die gesamten Christen und [als Zeuge für] die Erfüllung alles dessen, was ihnen aus, hedungen ist, dienen die nachstehend verzeichneten ,Namen der Zeugen:

Ali b. Abi Tälib Abu Bakr b. Abi Kuhäfe ‘Umar b. el Chattab Otmän l>. Allan Abu! Dardä Abi llurere Abdallah !>. Mas üd Abbas b. Abd el Muttalib Härit b. Täbit Abd el ‘azim b. Hasan 2 °Fudel 1». Abbäs el Zuber b. el Awäm Talha b. Abdallah Sad b. Mu ad Sa d b. ‘Ubade Täbit b. Nafis Zed b. Täbit Bu llanife b. TJbaih Hasch im b. TJbaih Mu’azzam b. Kuraschi Abdallah b. Amr b. el Asi c Ämir b. Jäsin. 

Geschrieben hat dieses Schutzversprechen ‘Ali ibn Abi Talib mit eigener Hand in der Moschee des Propheten a.m Datum des dritten Muharrem des Jahres 2 der Higra des Propheten.